Die Wahrheit über DJs, Disco's, Clubs und ihre Insassen – Früher und Heute – Teil 1

Heute machen wir eine historische Reise und vergleichen die Disco’s von früher mit den Clubs von Heute. Ich erkläre Ihnen, was  Resteficker sind, gehe auf das Mysterium DJs ein und erkläre, wieso viele Türsteher meist noch dümmer sind als diejenigen, die sie rein lassen.

Teil 1

Über das mysteriöse Thema Disco’s zu sprechen war mir schon länger ein Anliegen. Ich muss allerdings an dieser Stelle  schon vorausschicken, dass ich eigentlich kein Experte bin. Aber wann hat das schon mal abgehalten?

Möglicherweise liegt das an meinem Alter, denn ich bin in den 80’ern geboren.  Mein Blick ist also ein Anderer als etwa der von jungen Leuten heute,  die irgendwann in den 90’ern das Licht der Welt erblickt haben und keinen Schimmer davon haben, wer Rory Gallagher oder die Dire Straits waren.

Es sind jene die glauben, Justin Bieber würde etwas machen das von Ausserirdischen grob als Musik erkannt werden könnte, nachdem sie Voyager 1 entdeckt haben und sich die Beatles reingezogen hatten und im Grunde ziemlich sicher waren nun zu wissen, was diese Menschen Musik ist. Verstehen Sie? Ich blicke daher mit etwas hoch gerümpfter Nase und einer Prise Verächtlichkeit auf das Thema, in etwa so wie ein Engländer, der dabei zusehen muss, wie jemand Milch in seinen Tee schüttet, anstatt Tee auf die Milch. Das macht nämlich einen Unterschied, glauben Sie mir!

Aber verstehen Sie mich nicht falsch. Nur weil vielleicht gerade Sie  aus den 90’ern kommen, muss das noch nichts bedeuten. Ganz im Gegenteil. Wenn Sie in etwa um 1999 herum geboren wurden, weiblich und 1,78 groß sind, und dabei maximal 55 kg wiegen, dürfen Sie mir gern eine Email schreiben. Man soll mir nicht vorwerfen können, nicht Leser-nah zu sein. Und selbstverständlich  war auch in den 80’ern nicht alles besser wie heute: Die Frisuren der Frauen waren beispielsweise  schlimmer als der Reboot von Star Trek in der Neuzeit, Helmut Kohl wurde zum Kanzler gewählt und Rollschuh Fahren galt als cool.

Aber kommen wir zum Thema…

Früher und Heute

In meiner Zeit nannte man jene Tanzlokale von denen hier die Rede sein soll noch Disco’s oder Schüttelhütten.  Ja, ganz recht!

Wenn man Dinge sagte wie „Lass uns mal abschütteln gehen“, dann bedeutete das nicht, man wolle sich auf einen Internet Porno hin einen runter holen. Oder wenn man sagte „Kommt, wir lassen die Puppen tanzen“, dann meinte man kein selbst inszeniertes Kasperle Theater mit Socken denen man Augen aufgeklebt hatte (gut, manchmal schon). Es bedeutete schlichtweg, dass man  sich  mit Freunden zum Tanzen traf und Spaß hatte. Man fand Gleichgesinnte.

Im Jahre 2018 ist das alles etwas anders geworden.

Heute sagt die Jugend beispielsweise: „Ey lass uns mal steil gehen“, oder,  „Lasst uns mal die Szene scannen Bro“. Es geht auch primär nicht mehr darum, Spaß zu haben, sondern darum, gesehen zu werden. Männer und Frauen takeln sich auf ohne Ende – mit dem Ziel, zu zeigen was man hat. Es ist ein aggressiver Spießrutenlauf um die willigsten Weiber im Club –  und wer zu spät kommt, darf nur noch „Resteficken“ betreiben.

„Reste“ – das sind alle Frauen, die um 3 Uhr noch auf der Tanzfläche stehen und noch kein Sperma am Kinn haben. Meine Güte, das Letzte Mal als ich um drei Uhr noch wach war, war Silvester 2016 – da hatte ich einen vermuteten Herzinfarkt und lag in der Notaufnahme – bis sich herausstellte, dass ich einfach nur überfressen war und ich aufgrund einer herausgefallenen Kontaktlinse halbseitig nicht mehr richtig sehen konnte.

Das eigentliche Problem in der Neuzeit begann, als keiner der Frauen mehr „Der Rest“ sein wollte. In der Konsequenz wurden die Weiber von heute immer williger, um möglichst früh angebaggert und abgeschleppt zu werden. Das Dilemma war nun allerdings, dass es  mit der Zeit als uncool galt, vor 12 Uhr im Club zu erscheinen. Wenn man heutzutage nämlich hip ist, trudelte man erst gegen halb 1 ein, oder später. Dann hat man allerdings das Problem, dass  nur noch 1 1/2 Stunden bis zum Restefick Gong verbleiben. Daher muss man sich beeilen.

Schnell ein paar Drinks kippen, offenherzig seine Hüften kreisen lassen und sich von jedem Typen an der Bar anquatschen lassen, der 3 Wörter am Stück Deutsch sprechen kann: „Ey, Du siehst gut aus – Bist Du öfter hier?“ (Klar ist die Schlampe öfter da). Gut, das waren jetzt mehr als drei Wörter, aber es sollen sich Gerüchte-weise sogar Realschüler unter die Gäste mischen. Und zur Not, falls die Drinks nicht schnell genug wirken, schmeißt man sich ein paar KO Kapseln hinterher. Die öffnen quasi die Büchse der Pandora, oder der Anna, oder die von Jasmin.

Das ganze wurde und wird also immer schneller immer schlimmer. Heute stylen sich die Mädels bereits mit 14 auf, um sich auf auf den Discolaufsteg vor zu bereiten. Viele Männer verstehen das als Einladung…nicht immer mit einem Ende a la Walt Disney. Und oftmals entpuppt sich die Kutsche des Prinzen aus dem Club als alter 3’er BMW, der Palast als Mehhrfamilienwohnblock in Offenbach und die Einzeiger Herrenuhr als Rolex Fälschung aus der Türkei. Natürlich ist auch der Bizeps meist nur eine Luftnummer, die im Schwarzlicht der Disco in einem zu engen Fishbone T-Shirt vom New Yorker aufgeblasen wurde.

Gut, wir,  die wir aus den 80’ern kommen, haben damals natürlich auch mit unseren roten GTIs angegeben und  den Damen in ihren hübschen Faltröckchen nachgestellt. Wobei natürlich immer die Frage aufkam, wie die Girls wohl unten drunter ausschauen würden. Wohl stand es nicht zur Diskussion, ob sie rasiert waren oder nicht. Denn Busch war König zu der Zeit und die Landebahn war noch nicht erfunden (Der Busch sollte später sogar nochmal Präsident werden). Und wer unten keine Haare hatte, hatte entweder einen an der Klatsche oder Krebs. Doch die Frage war immer: „Wie  haarig würde die Angelegenheit tatsächlich werden?“ Spannendes Thema.

Damals sagte man Dinge wie „Ohhhhhh, das is aber ein flotter Feger“, oder „Ouuu guck ma‘ Horst, die legt eine echt heiße Sohle aufs Parkett“. Man tanzte zu Rockmusik oder zur neuen Deutschen Welle. Und wenn ein Anmach Spruch mal nicht zog, dann lies man es gut sein. Vielleicht war’s die Dauerwelle, oder die Jeansjacke saß schief. Oder man sah einfach generell fies aus. Aber im Grunde spielte es keine Rolle, denn wir waren anno domini nicht so eitel wie heute und wir alle hatten damals eine schräge Frisur. Wenn man abgeblitzt war, lies man sich nicht unterkriegen und versuchte sein Glück woanders nochmal. Es gab auch noch keinen „Wingman“ der einen den Weg bereitete und der einen tröstete, wenn  es einen Korb gab. Wir zogen damals Solo in den Kampf. Und wenn wir ein Glas Wasser ins Gesicht bekamen, wurden wir von den Freunden ausgelacht.
Es gab auch noch keine Türsteher damals, zumindest nicht solche wie heute. Es gab Rausschmeißer, ja –  aber die sorgten nur dafür, dass niemand bei zuviel Jägermeister und Pils über die Stränge schlug. Keiner wurde aufgrund seiner Kleidung oder der falschen Schuhe ausgeschlossen. Es war eine friedliche Zeit.

 

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Die Wahrheit über DJs, Disco’s, Clubs und ihre Insassen – Clubs und DJs- Teil 2