Das ist der Zweite Teil der Disco Reihe. Teil 1 findet sich hier: Die Wahrheit über DJs, Disco’s, Clubs und ihre Insassen – Früher und Heute – Teil 1
Teil 2
Meine Expertise
Eines muss ich vorwerg schicken: Es mag einige Seelen unter meinen werten Lesern geben, die da aufgrund eines möglicherweise leicht abfälligen Untertons des hier dargebrachten vermuten könnten, ich wäre eine arme, alte, frustrierte und höchst-lich verbitterte Sack-fresse mit Pickeln am Arsch, die nie in Clubs gelassen wurde weil sie aussah wie der unbekannte, absolut uncoole, blasse Bruder von Blade – ohne Muskeln und ohne Ledermantel. Natürlich auch ohne Schwert, Superkräfte und dem ganzen anderen geilen Scheiß den Blade so cool macht.
Aber da kann ich, vielleicht mit Ausnahme der Pickel am Allerwertesten, Entwarnung geben. Mein Fachwissen basiert auf fundierten, praktischen Erfahrungen, die ich im Feld gesammelt habe. Wenn hier einer cool ist, dann bin ich das. Ich bin quasi der Ober Daywalker. Nur mit mehr Midichlorianern in der Eichel als die Meisten der ganzen jungen Banausen heutzutage Haare am Sack haben. (Wieso versucht mein Textprogramm eigentlich aus Midichlorianern Hochlandindianer zu machen?) Von beiden Versuchen, in einen Club zu kommen, kam ich nämlich beide Male rein – Erfolgsquote 100 %. Bäm. Das soll mir erst einmal irgend so ein rotanaliger Affenvertreter mit Camp David Shirt nachmachen! Soviel zu meiner Expertise, um die Nachhaltigkeit des nachfolgenden mit Substanz zu belegen.
Entschuldigen Sie meine letzabschnittlichen textuellen Entgleisungen. Hin und wieder packt mich eine Art seltene Form eines Schreibtorettes. F…Fick::::::…:::!!Fotze…Heil Hitler!?$&%5
Auf meinem Grabstein wird eines Tages stehen:

Die Insassen im Club
Wie so vieles Andere änderte sich auch die Disco im Laufe der Zeit. Ich weiß nicht genau wann. Es muss irgendwann zwischen dem Untergang der Kelly Family und dem ersten Aufkommen des Arschgeweihs passiert sein. Auf jeden Fall nach der Wende. Heute nennt man die Dinger Clubs, nicht mehr Discotheken. Und wie im ersten Kapitel bereits an einigen Beispielen aufgezeigt, haben heutzutage Discos und Clubs auch sonst nicht mehr allzu viel miteinander gemeinsam.
Nachfolgend gehe ich auf die Akteuere ein, den den Club von heute zu dem machen, was er ist.
Die DJ’s
Eins vorweg: Historisch wie auch in der Neuzeit haben DJs durchaus eine Berechtigung. Diese wurden damals von Radiosendern eingestellt, um eine Playlist zu erstellen, die dem Tagesthema oder dem Programm des Senders entsprochen hat. Er war also Teil der kreativen Gestaltung. Ein DJ zeichnete dadurch aus, dass er in der Musikwelt versiert war und sich mit Künstlern, Trends, und Musikstücken gut auskannte. Mit der Zeit wurden Tracks ineinander über-gefaded, um nahtlose Übergänge zwischen den Tracks zu schaffen. Diese wurden teils mit Effekten versehen und in sonstiger Art durch andere Dinge angereichert oder abgewandelt. Teilweise wurden auch verschiedene Musik-Versatzstücke so miteinander kombiniert, dass neue Remixe entstanden.
Soweit alles legitim. Und die Genereation Haftbefehl behauptet ja auch, sie gehe wegen der geilen „Mukke“ der DJs in den Club.
Und diese Club DJs haben im Laufe der Zeit eine teils große Anhängerschaft von Fans um sich gesammelt. Manche kamen sogar zu nationalem oder internationalen Ruhm, wie etwa DJ Guetta.
Das Problem: Viele DJs haben leider eine übergroße Selbstwahrnehmung und glauben, sie betreiben irgendeine perverse Art von Kunstform. Immer wenn ich das höre, wackelt meine Rosette beim Lachen. Während sie das tun, besitzen sie genauso wenig Unrechtsbewusstsein, wie Hitler bei der Judenverfolgung (Ja genau, das war der lustige Typ mit dem schrulligen Schnauzer).
Wenn DJs Künstler im weitesten Sinne sind, dann war Theodor Robert Bundy ein Philantrop und ich habe auf der Unterseite meiner Eier den Text „Nimm Zwei“ tätowiert. „Meine Meinung“ um Jan Böhmermann zu zitieren.

Denn: Wahre Kunst muss geschaffen werden. Sie entsteht nicht aus der Neu-Anordnung von intellektuellem Eigentum Anderer. Ich bekomme beispielsweise eine Gänsehaut, wenn Deep Purple ihr großartiges Stück Highway Star anstimmt, Angus Young die ersten Takte zu Thunderstruck spielt oder wenn Joe Bonamassa zu einem seiner Lead Soli ansetzt und der pure Gitarrensound durch meinen Körper strömt. Zeigen Sie mir mal den DJ, der dies vermag.
Also nochmal zur Klarstellung ein Auszug aus dem Gerichtsentscheid Grindelfingen aus dem Jahr 1998:
„Musiker, die aktiv ein Instrument spielen – ob Seiten.- , Blas.-, Tasten.- oder Percussioninstruments welcher Art auch immer – machen richtige Musik.
Dementgegen ist in jener Realität, in der ein Scratch-Teller oder ein Mischpult zum Musikinstrument erklärt werden, auch Dart werfen, sowie Poker und Golf spielen ein anerkannter Sport und Frauen gewinnen die Weltmeisterschaft im Männerfussball.“
So die offizielle Wortmeldung in der Schlußbegründung des Hitlers, ähh Richters.
[Großstadt und Vorort DJs]
Was mir jedoch eigentlich auf den Piss geht, um im Jargon zu bleiben, ist das Pseudo-cooles Getue.
Was sollen beispielsweise diese schief sitzenden Kopfhörer und die bescheuerten Beanie Mützen in einem Raum mit 250 3er-BMW Fahrern und gefühlten 60 Grad Zimmertemperatur, während der Schweiß von der Decke rinnt? Ich weiß es nicht. Warum eigentlich Beanie Mützen? Sind die dafür da, einen evtl. dünn behaarten halbglatzigen Schallplattenschädel zu verdekcken? Oder möchte man sich darunter verstecken? Da käme mir die Frage: Was war zuerst da, die Glatze oder die Mütze? Seltsam.
Wenn Sie mich fragen, sind DJs heutzutage fast überflüssig.
Spätestens seit der Erfindung des modernen Mediaplayers inklusive Playslistfunktion oder dem Aufkommen von Spotify, hätten DJs natürlicherweise aussterben sollen. Wie die Dinosaurier. Meinetwegen lasse ich eine gewisse Daseinsberechtigung als Alleinunterhalter auf Familienfeiern und Beerdigungen gelten, insofern sie befähigt sind, Accordeon zu spielen. Das wäre aber das höchste der Gefühle. Leider blieb der Komet aus.
Ich denke wehmütig an das gute alte Winamp zurück – das mit individualisierbaren Skins besser aussah als alle Djs mit ihren hippen Outfits und den Goldketten. Was bringt eine fast 40 Jährigen Mann dazu, sich zu kleiden wie ein 16 Jähriger der nicht weiß wie man einen Doppel-Dildo richtig herum einführt? Zudem spielt Winamp genau das, was er spielen soll. Er muss nicht zehn mal gebeten werden, dies oder das zu spielen. Bei ihren menschlichen Pendants braucht es schon mehr Überzeugungskraft.
Und dann dieses bescheuerte gescratche auf den Plattentellern! Haben Sie mal einen DJ beobachtet, wie er hochkonzentriert an irgendwelchen Fadern auf dem Mischpult herumregelt, sich dann mit links an den Kopfhörer greift und lächelt? Als hätte er das Glücksrezept für eine erfolgreiche Darmspülung gefunden und verfeinert. Glaubt er etwa, die Gäste hören das, wenn die Mitten bei 61000 Herz um ein halbes Dezibel angehoben wurden? In einer Hunde Disco möglicherweise. Ich denke mir dann allerdings immer: Was ist nur aus dem guten alten Winamp geworden…
Möglicherweise klärt mich mal irgendwann jemand auf und entwirrt diese Mysterien für mich. Ich versteh diesen Hype um DJs einfach nicht. Aber ich glaube ne Menge Weiber fliegen auf die Typen. Möglicherweise ist auch das der eigentliche Grund dafür, das DJ „Handwerk“ zu erlernen, wenn man es schon verpasst hat, ein richtiges Instrument zu meistern. Wenn die arme Uroma auf der Familienfeier nur wüsste, was der Urenkel tatsächlich macht, würde Sie wohl sagen: „Das nennst Du Musik, du Penner? Jimmy Hendrix machte Musik. Woodstock du kleiner Hosenscheißer! Hör auf mit dem Getue sonst enterb ich Dich. Und klapp deinen Polokragen runter du Spast!“ Zumindest sagt sie das in meinen Vorstellungen.