Zuhören – Die verlorene Kunst

Können Sie zuhören? Ja? Oder glauben Sie nur dass Sie das können?

Ich glaube, Sie können nicht zuhören. Aber machen Sie sich nichts draus. Sie sind in guter Gesellschaft, denn die Wenigsten dort draussen können zuhören. Naja. Zumindest lesen können Sie, wie mir scheint.  Und das ist doch schon einmal ein guter Anfang.

Jemanden zu haben der zuhört, ist unersetztlich. Ich weiss nicht wie es Ihnen geht, aber ich habe zum Beispiel Niemanden der wirklich gut zuhören kann. Jemanden, dem man einfach mal was erzählen kann und der sich das tatsächlich mit Interesse anhört. Aber schon hier fängt das Problem an. Vielleicht werden Sie bereits gedacht haben “Jo, das kann ich doch auch!” Aber Zuhören ist eben nicht nur einfach da sitzen, dem anderen ins Gesicht oder auf die Brüste schauen und die Fresse zu halten. Das ist anwesend sein. Zuhören und Anwesend sein wird gut und gerne verwechselt.

Zuhören heisst, zu zu hören. Im richtigen Moment eine Frage zu stellen. Sich am Erzählten zu beteiligen. Nicht zu Viele Fragen, aber auch nicht zu Wenige. Auch mal nachhaken, wenn man was nicht versteht. Auf den Gegenüber eingehen. Interesse zeigen und nicht nur bekunden. Beim Zuhören, ist der Gegenüber König. Und den König unterbricht man auch nicht andauernd verdammte scheisse! Ja –  ganz recht –  auch Fresse halten ist eine Kunst für sich.

Wenn der Gegenüber etwas erzählt, beispielsweise wo er vergangen Sommer im Urlaub war, dann fällt man ihm nicht ins Wort und verkündet: “Ahhhh super da war ich auch!” Halt die Fresse! Das interessiert in diesem Moment keinen einzigen Rollerfahrer! Wenn der andere mit seiner Erzählung fertig ist, und dann Bock hat, zuzuhören, dann sind Sie dran!

Versuchen Sie’s doch einfach mal.

Man liest sich…

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *