Die Wahrheit über Versicherungen und Versicherungsvertreter

Pudern Sie regelmäßig Ihre Eier?
Lesen Sie gerne 112-seitige Versicherungspolicen während Sie sich einen runter holen und Ihre Mamma für Sie eine Frühlingssuppe aufwärmt?
Gaffen Sie gerne, während sie an einem hässlichen Autobahnunfall mit Hubschraubereinsatz vorbei fahren und und kalkulieren Sie dabei den zu regulierenden Schaden im Kopf ?
Wenn ja, sind sie möglicherweise ein Versicherungsvertreter…und sollten diesen Artikel hier nicht lesen. Wenn Nein, haben Sie vielleicht sogar etwas Ordentliches gelernt.
Hast Du eigentlich keine Hausratsversicherung?

Kennen Sie das Sprichwort: “Der erste Morgen-Kaffe schmeckt am Besten, wenn alle Anderen die Fressen halten”? Der Arbeitskollege, der mir eines Montag Morgen’s folgende Frage stellte, scheinbar nicht. “Was ist eigentlich aus Deinem Wasserschaden im Keller geworden vor zwei Jahren?”,wollte er wissen.  “Hast Du da was von der Versicherung zurück bekommen? Ich hab jetzt ein ganz Ähnliches Problem.”

Tja was sollte ich darauf hin antworten? Hatte ich schon erwähnt dass es früher Montag Morgen war? Also wirklich sehr früh. Und wirklich richtig Montag. Ich hasste frühe Montage. Eigentlich hasste ich es Generell, wenn es früh war, insbesondere nach einem kurzen Wochenende. Und bisher war kein Wochenende im Leben lang genug, dass es nicht als zu kurz hätte gelten können.

Ich Montag Morgens

Ein weiteres Problem war, dass ich an Montagen tendenziell noch grössere Schwierigkeiten damit hatte als an anderen Tagen, meine allgemeine Geringschätzung vor dem Leben anderer Menschen zu verbergen. Also aller Menschen, die nicht Ich sind. Zudem sind mir  soziale Interaktionen mit Menschen die ich nicht mag und die vor 22 Uhr Abends zutiefst zuwieder. Nicht dass ich nach 22 Uhr Abends noch groß Leute treffen würde die ich nicht mag, aber selbst jene die ich mag, kann ich an einer Schreinerhand mit 4 Fingern abzählen. Aber das gehört woanders hin. Zurück zum Arschloch der Geschichte. Äh zur Geschichte.

Poseidon das Arschloch

Die Frage des Kollegen nach dem Wasserschaden rief selbst redent Böse Erinnerungen an jenen Tag vor zwei Jahren hervor, als mir Poseidon Blitz, Donner und Gülle über ein nicht-funktionierendes Abflusssperrventil in den Keller spülte.  So angenehm wie ein Sprühnebel voller Scheiße, der einem langsam den Rücken hochkriecht.  Jener Tag war weit schlimmer, als es irgendeine prosaische Beschreibung auch nur annähernd würde vermitteln können.Dieser Tag war sogar schlimmer als die Summe all jener kalten, nebligen Tage, an denen man aufwacht und fest stellt, dass man sich über Nacht aus unerfindlichen Gründen fies juckende Sackflöhe zugezogen hat, ohne auch nur einen blassen Schimmer davon zu haben, woher zum Teufel die Viecher gekrochen sind. Ja noch schlimmer, als mit tierischen Kopfschmerzen neber einen richtig Fetten in einem unbekannten Bett aufzuwachen während die nackt neber einem liegt, uns beobachtet und uns dann zuflüstert…endlich haben wir uns gefunden.

Was war damals passiert? Ich wachte morgens auf und hatte vor, in die Arbeit zu fahren (Ohne Sackflöhe und zum Glück nicht neber der vorher erwähnten “Fetten”). Ich musste nochmal in den Keller, um Irgendetwas zu holen. Und wie ich so halb verschlafen die Treppe herunter ging, stand ich plötzlich Knöcheltief im Wasser. Ein sanftes Bizzeln kroch meinen Oberschenkel hoch, da irgendwo zwei Räume weiter eine Mehrfachsteckdose im Wasser hing, ohne den FI aus zu lösen, wie sich später heraus stellen sollte. Doch das wusste ich damals noch nicht.  Wenn mich Poseidon schon leiden lies, wird mir hewute klar,  dann sollte ich laut dessen oder Gottes Plan, zumindest am Leben bleiben, um das Drama auch gebührend miterleben zu können.

Die Suppe schwappte aus allen Ecken und war derartig dreckig und trüb, dass man diese, selbst mit Maggi verfeinert, keinem Afrikanischen Kind hätte schmackhaft machen können. Die Plörre  füllte den gesamten Keller, vom Vorratsraum, über die Waschküche, bis ins den Abstellraum und sogar in die Männerhöhle, die mit allerhand geilem Scheiß bestückt war. Breitbildfernseher, Konsolen, Latexmasken und Sportpokale die selbst-redent nicht gewonnen sondern in Fachgeschäften einfach nur so aus Spaß gekauft und mit dem eigenen Namen versehen worden waren.  Alles Dinge eben, die Männer in Entzückung versetzten , wenn sie  einen Rückzugsort vor ihren keifenden Frauen brauchen, während sie sich über Football  oder Wrestling unterhalten oder sich kritisch mit dem letzten Titelbild des Playboys auseinander setzen.

Krushchev* und die Bombe

Ich war dem Kollegen eine Antwort schuldig. Oder? Oder einen Schlag in seine häsliche Visage, die ich auchan guten Tagen nur schwerlich zu ertragen imstande war. Ich hielt meine physischen Aggresionen jedoch unter Kontrolle, was mir jedoch mit meinen Gesichtszügen wesentlich schwerer fiel, da diese kurz davor waren,  zu entgleisen. “Ich habe garnichts erhalten” sagte ich zunächst in einem ruhigen, sachlichen Tonfall, der nur einen marginalen Ansatz eines Hasserfüllten Funkeln’s in meinen Augen erkennen lies. “GARNICHTS!” setzte ich mit sehr viel mehr Nachdruck  hinterher, während sich meine eingangs gezähmte Mimik in eine Fratze des Grauens verwandelte und die Silhouette des Beelzebubs im Weiß meiner Augen ein Sonett tanzte. Gleichsam machte sich  ein Tröpfchen Säure-haltiger Spucke aus meinem Mundwinkel auf eine Reise mit noch unbestimmtem Ziel.

Der Kollege schien meinen Gemütszustand nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, oder war ein fantastischer Schauspieler mit guten Manieren, denn er ignorierte meine Gefühlslage komplett und schien sich selbst an dem feuchten Etwas, das gerade in seinem Auge gelandet war, nicht zu stören. Weiß die heilige Jungfrau Maria weshalb, aber er fragte ungeniert weiter. “Sag mal, hattest Du denn keine Hausratsversicherung, die implizit auch Wasserschäden etc abdeckt?”

In dem Moment war es, als hieb Krushchev mit geballter Faust in einem Tobsuchtsanfall auf den Roten Knopf auf seinem Schreibtisch, der alle Atomraketen dieser Welt in Bewegung versetzen würde – Dutzende Male, während er ausrief “Ihr hättet nicht meine Mama beleidigen dürfen Kennedy! Das hättet ihr nicht tun sollen…. Ihr seid zu weit gegangen!!!! Nehmt dies, Motherfuckerrrrrrrr”

Nun ja, was soll ich sagen. Ich bin nicht Krushchev . Das war nicht die Kubakrise. Der gute, alte, kalte Krieg war auch längst vergangen und ich musste, zu meinem grössten Bedauern, ohne Atomraketen zurechtkommen. So wie ich dies immer musste, wenn ich gerade mal welche gebraucht hätte . Aber genau zu diesem Zeitpunkt bedauerte ich diesen Umstand mehr als anno domini  Osama Bin Laden, als dieser im Himmel vor seinen Jungfrauen stand und feststellte, dass sie allesamt fette Transen waren, denen das Wort Intimrasur via Waterboarding aus dem Gehirn gebrannt worden und dementsprechend fremd war. Was wiederum erklärte warum sie Jungfrauen waren, dachte er. Was allerdings nicht erklärte, warum ich keine Atomraketen haben sollte. Wie auch immer.

Anstatt der Raketen hatte ich nur eines: Die Einsicht und die reine Wahrheit über Versicherungen. Und welche Art Mensch wäre ich, würde ich diese in meinem Bunker der unendlichen Weisheit verschlossen und für mich behalten?

Die Wahrheit über Versicherungen

Die Wahrheit ist, dass Versicherungen in all Ihren Policen all jene Fälle absichern, in denen sie tatsächlich große Mengen Kohle spenden müssten. Policen sind eher für die kleinen Dinge im Leben. Wenn man sich die Eier in der Autotür quetscht beispielsweise. Dessen Warscheinlichkeit der Eintreffens mit zunehmenden Alter bei Männern und immer länger werdenen Hodensäcken mit den Jahren zunimmt. Oder wenn man sich eine Eichelvorhautrötung zugezogen hat, weil man mal wieder an der Nutte gespart hat. Oder ganz klassisch: Wenn einem der Hagel sein nagelneuen Porsche  zerstört . Was einmal alle Tausend Jahre vorkommt.

Summa Sumarum: Immer wenn es wirklich mal Knallhart kommt, und man eine Versicherung gegen Irgendetwas tatsächlich benötigen sollte, dann kann man nahezu sicher sein, dass es zuvor einen findigen  Juristen gegeben hat, der da eine kleine fiese  Klausel eingebaut hat, die dafür sorgen wird , dass Dich Freddy Krüger in all deinen Träumen verfolgt und Du nicht schlafen kannst, weil die vorprogrammierte  Kostenkatastrophe gerade Deinen Allerwertesten in die Luft gesprengt hat. Einen Pott voller angewärmter, flüssiger Babyscheisse in einen Ventilator kippen – genau das lernen die Jungs von den Versicherungen im ersten Lehrjahr.

Apropos Babyscheisse: Haben Sie sich mal gefragt, warum Babyscheisse verglichen mit anderen Exkrementen mit Abstand am Meisten stinkt? Meine persönliche Vermutung ist, auch wenn ich diese nicht anhand empirisch vertretbarer wissenschaftlicher Studien untermauern kann, dass die Kombination aus Babybrei und Muttermilch eine toxische Kombination ergibt, die Chlorgas wie das reinste Rosenwasser erscheinen lässt, im Vergleich.

Unter Erdgleiche

Ich lächelte mittlerweile wieder, als ich dem Kollegen antwortete:  “Da gibt es diese Klausel, die ein Regulierungslimit vorsieht für ALLES, was sich — UNTER ERDGLEICHE — befindet.”

Da zahlst Du Jahrelang ein, während sich diese Klausel seid jeher in deinem Vertrag versteckt hält und dir völlig unbemerkt mit einer kleinen haarigen, widerborstigen Zunge die Rosette leckt. Jahr, um Jahr, um Jahr. Der Anus rötet sich, wird wund und schwillt auf das Vierfache seiner ursprünglichen Grösse an  – Und du bemerkst es nicht einmal, wenn eine Ladung Scheiße, schwer wie ein Bleigefüllter Kipplaster oder eine fette Frau auf der Jahreskreppelversammlung der Bäckerei-Innung,  deinen Dickdarm Richtung Freiheit verlässt. Du bemerkst es nicht, weil Du nicht groß darüber nachgedacht hast. Die Limitierung lag bei 1500 Euro. Als mir das damals mein Vesicherungsberater offenbarte, erwiderte ich nur ungläubig: “Wollen Sie mich verarschen? Allein mein fucking 95″ Fernseher hat 10.000 gekostet. Allein der Vorverstärker für meinen scheiß Kopfhörer kostet mehr, als es das Leben von Ihnen und ihren missratenen Versicherungsvertreter-Kindern jemals wert sind oder wert sein werden! Wir reden hier von einem Schaden in der Höhe einer Jahresmiete für ein Penthaus in München oder New York, und Sie zahlen mir 1500 €? Sie machen Witze, oder ? Sie machen Witze!?”

“Nein ich mache niemals Witze.”, entgegnete er. “Sehen sie, mein Wesen, dass mich dazu getrieben hat, Vesicherungsberater zu werden, weil ich für qualifizierte Arbeit nicht geeignet war, lässt es nicht zu, witzig zu sein”. Das musste auf alle seine Freunde auch zutreffen, dachte ich mir, die heute als KFZ Verkäufer, Duschvorhängeberater und Ordnungsamtmitarbeiter tätig waren, mit denen ich ähnliche Erfahrungen gesammelt hatte. Ich fragte mich, ob es an Ihrer sexuellen Präferenz lag, weil sie gern Inzest mit ihren Verwandten, Mediamarkt Verkäufern und städtischen KFZ Anmeldestelle Beamten trieben, oder dies doch eher ihrer Herkunft geschuldet war. Dieser kleine verdammte Insel mit einem Schloss und einer Lokomotive drauf, in der ein bärtiger Mann und ein kleiner schwarzer Junge wer weiß was treiben, um ihrer Langeweile Herr zu werden. Das ganze war so unlustig wie eine Prise Bauchspeichelkrebs, doch was sollte ich da schon machen?

Er fragte mich darauf hin sogar noch, ob ich auch eine Quittung für die 15 Jahre alte Couch hätte, die alleine aufgrund ihres festzustellenden Restwertes mehr Wert war als das Leben aller Mitarbeiter…ach lassen wir das.

Der Wert der Couch war völlig offensichtlich, immerhin war sie mit feinster Eichelvorhaut kleiner chinesischer Weisen bespannt. Hätte sich die Versicherung damals dazu erniedrigt, einen Gutachter zu schicken, hätte der das Ding befühlt und mir die Maximalsumme von 1500 Euro direkt in Silbermünzen auf den Tisch gelegt. Aber natürlich sandte die Versicherung keinen Vertreter. Sie zahlte mir die limitierte Summe von 1.500 € aus und das war’s.

Ich wusste was ich mit den miesen 1500 Kröten machen würde. Ich könnte mir nicht mehr annähernd so eine Couch kaufen, oder so einen Fernseher. Nein.

Ich hatte eine andere Verwendung für die Kohle.

www.bleach-your-butthole-little-asshole.de mit dem Slogan “Sie zahlen – Wir lassen Anusse strahlen” sprach mich auf Anhieb an.

Ich überwies einen Vorschuss und lies den Dingen ihren Lauf. Da soll mal jemand behaupten, man kann sein Geld nicht auch auf Sinnvolle Weise anlegen. Aber ich bin mir sicher, in diesem Punkt wird mir der Versicherungsvertreter, seine Schwester und sein Meerschwein wiedersprechen.

Überversichert oder Unterversichert?

Die Moral von der Geschicht’?

Selbst mit Analversicherung, so lecke Dich nicht! Denn Versicherungen finden immer einen Weg…

Ich für meinen Teil werde nun einen Musikkurs bei der Volkshochschule belegen. Wenn der Versicherungsfritze eines Tages, hoffentlich aufgrund irgendeiner, nicht versicherbaren langjährigen Krankheit dahin siecht, werde ich beim Urnengang  hinter seinen verbrannten Überresten hinterher marschieren, während ich ein buntes Kord Sakko tragen und auf einer Plastik trompete, die ich mir 30 Minuten vorher beim Toys R us gekauft habe, den Zirkus-Song spiele.

Dumm wär’s nur, wenn ich zuerst drauf gehe und den Text hier von einer großen Versicherung gelesen wird. Stellen Sie sich mal auf meiner Beerdigung 12.000 Versicherungsvertreter in bunten…ah lassen wir das.

In Diesem Sinne…

No Risk No Fun