Der kleine Junge und das Abenteuer

Fragen Sie sich auch manchmal, was unsere Kindheit so aufregend gemacht hat?

Sicher, wir waren unbeschwerter als Heute, haben nicht an Morgen gedacht. Lebten in den Tag hinein und taten, was uns Spass brachte.

Wenn ich an meine Kindheit und die Jungs von damals zurück denke, dann an unsere Abenteuer. Verstehen Sie mich nicht falsch, wir haben keine Schätze entdeckt wie die Goonies – Nein das nicht, auch wenn das natürlich das Grösste gewesen wäre.

Aber egal was wir taten, wir haben nicht gross über Konsequenzen nachgedacht wenn wir beispielsweise auf dem verbotenen Fußballplatz des Gymnasiums gespielt haben, über das ein mürrischer, kinderfressender Hausmeister gewacht hat.

Wir haben nicht über die Konsequenzen nachgedacht, wenn wir mit unseren Rädern raus in die Gärten gefahren sind um über diesen einen, bestimmten Zaun zu klettern. Denn dahinter war der tollste Apfelbaum mit den süssesten Äpfeln, die sie sich vorstellen können. Doch da war auch ein bissiger Köter. Er hätte auch dem Hausmeister gehören können. Es war immer aufregend, denn keiner wusste, wieviel Zeit blieb, bis dieser Höllenhund auf uns aufmerksam wurde und seinen Hintern in unsere Richtung bewegte.

Hätte er uns gekriegt, wäre es sicher nicht gut ausgegangen für den Einen oder Anderen. Vielleicht hätte er mir auch derart in meinen Allerwertesten gebissen, dass ich heute nicht hier sitzen könnte, um diese Geschichte zu schreiben. Aber er hat niemanden von uns gekrieg. Wir haben es einfach gewagt und nicht über die Konsequenzen nach gedacht.

Manchmal gab es natürlich welche. Aber ich schätze, Konsequenzen, die uns unvorbereitet treffen, sind leichter zu ertragen als jene, die wir kalkuliert haben. Damals haben wir selten welche erwartet, und noch seltener welche erhalten. Wir waren einfach ein paar glückliche Jungen.

Und wie ist es Heute? Wir sind erwachsen geworden. Ich hasse dieses Wort. Heute denken wir bei allem was wir tun über Konsequenzen nach. Wir werden älter und schauen in den Spiegel während wir uns fragen, was aus dem kleinen Jungen geworden ist, der wir waren. Er ist nicht in diesem Spiegel zu sehen. Er ist fort. Nur die Gedanken an die Konsequenzen sind geblieben. Oder sollte ich sagen, die verlorenen Gelegenheiten?
Heute tun wir viele Dinge einfach deshalb nicht, weil wir uns vor den Konsequenz fürchten. Wir halten fest an dem was wir haben, anstatt uns einzugestehen, das wir vielleicht etwas ganz anderes wollen. Wir geben nicht zu, das wir unglücklich sind. Wir lachen. Zumindest sieht es so aus. Doch in Wahrheit lachen wir nicht. Wir sind Schauspieler geworden. Das Äussere und das Innere, das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Als wir klein waren, gab es das nicht. Entweder waren wir gut drauf, oder eben nicht. Aber man sah es uns an. Heute spielen wir allen etwas vor.

Wir sollten wieder in uns hinein sehen. Denn ganz trief drinnen, da bin ich mir fast sicher, kann man diesen kleinen Jungen lachen hören. Kann ihn rufen hören. Er will nicht mehr allein sein. Er ruft zu uns heraus:

“He Du da, kannst Du mich hören? Hast Du etwa vergessen, dass hinter jedem hohen Zaun ein Apfelbaum wartet? Mit Äpfeln, süss wie jeder erste Kuss!
Hinter jeder Ecke liegt ein Abenteuer, wir müssen nur dort hingehen.
Schau nicht zurück, dreh Dich nicht um. Was hinter Dir liegt, ist nicht so wichtig wie das, was hinter der Ecke wartet.
Hast Du etwa keine Lust zu spielen?”
Der Junge ist das Leben selbst, wenn wir ihn lassen…haben Sie Lust auf einen Apfel? Ich hätte jetzt…

“Ich hatte später nie wieder solche Freunde wie damals, als ich 12 war. Aber mein Gott, wer hat die schon?”

Stephen King

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