Waterboarding mit Fischsauce!

Um eines gleich vorwegzunehmen: Waterboarding hat nichts mit der eventuell noch vielen Menschen gut bekannten Ice Bucket Challenge zu tun.

Obwohl es natürlich gewisse Parallelen gibt. Beide sind für einen Guten Zweck und es macht Spaß dabei zu zu schauen. Die einen sind danach etwas ärmer, und die anderen um eine Erfahrung reicher. Doch so sehr ich die beiden Freizeitbeschäftigungen auch schätze, so soll es hier doch primär darum gehen, wie man die gute alte „Erweiterete Verhörmethode“, die mittlerweile etwas aus der Mode gekommen zu sein scheint, effektiver gestaltet .

Das mysteriöse Päckchen

Auf die Idee kam ich kürzlich, als ich auf meinem Schreibtisch in der Arbeit ein kleines verschweißtes Päckchen fand. Nach näherer Untersuchung schien es sich wohl um ein vakuumverpacktes Stück Trockenfleisch zu handeln. Zufälligerweise war ich sowieso hungrig, und da kam dieses  unerwartete Geschenk eines Unbekannten zur richtigen Zeit. Ich riss das Ding also auf, was sich als gar nicht so trivial herausstellte und schlang es hinunter.

Zuvor dachte ich: Eigentlich perfekt. Ein kompaktes, feines Stück Protein für unterwegs. Die vollendete Form zu der sich ein Schwein weitern entwickeln kann (von Spare Ribs mal abgesehen).  Aber dann kam es: BAM!   Ich dachte mich trifft ein Boot voller syrischer Flüchtlinge. Fischsauce. Kurz vor dem Klo in die Hose geschissen. Wie ekelhaft kann denn bitte so etwas schmecken, Himmelherrgott Sack Zement noch einmal?

Da hat sich einer gedacht: Wie mache ich aus etwas Gutem etwas richtig menschen-verabscheuend- Übles und versaue es mal so derart krass, dass sich einem die Zehennägel hochrollen und nach der Genfer Konvention schreien. Also in etwas die Liga als würden Helene Fischer und Mario Bart nackt um einen Feuerkreis tanzen, laut  singend Witze erzählen und dabei ein Kind zeugen das im Anschluss Kabarett-Auftritte auf Youtube zum Besten gibt.

Fischsauce? WTF!

Aber mal unter uns: Wer bitte, in aller Welt, kommt auf die Idee ein Stück Fleisch in Fischsauce einzulegen, frag ich mich? So ganz ohne Warnhinweis! Jemand aus dem Iran, aus Gaza,  Nordkorea, oder gar den neuen Bundesländern?
Weit gefehlt! Eins, zwei, drei kam ein Asiate vorbei und ersäuft das gute Trockenfleisch in dieser fischigen Pisse. Ziel erreicht würde ich sagen. Glückwunsch, Herr Zach ist tot. Das Ding kam aus Singapur. Dieser Happen, liebe Freunde der Vernunft,  war geschmacklich ganz großes Horrorkino. Da hätte selbst Freddy Krüger Alpträume von bekommen. Aber scheiß egal woher der Typ kommt: Für diesen Sadisten gehört die Hölle einige Grad heißer gedreht, wenn ihr mich fragt!

„Ich denke, Fisch ist was Schönes, aber dann denke ich, dass Regen was Nasses ist, also wer bin ich schon, dass ich mir da ein Urteil erlauben kann?“ [Douglas Adams, Das Restaurant am Ende des Universums]
Gott und das Teigbällchen

Aber vielleicht übertreibe ich auch. Ich bin gewissermaßen Fischsaucen-mäßig vorbelastet. Einmal war ich in Korea und aß an einem Straßenstand ein sündhaft leckeres, frittiertes Teigbällchen mit einer Nougat-Zimt Füllung. Am Tag darauf wollte ich dieses Geschmackserlebnis wiederholen, ging, wie ich dachte, zum  gleichen Verkäufer, und orderte mir noch eine Portion. Ich beiße also in diesen Himmelsknödel rein und habe eine Vision. Von Jesus. Nur einen Wildleder-Lendenschurz tragend mit zerkratzter Brust, rollt er seinen Stein vor der Höhle weg, gefolgt von drei, vier Weibern, die Burka halb heruntergerissen, alle offensichtlich betrunken (Vorsicht Anachronismus). Er blickte sich um. Erst nach links. Dann nach recht. Plötzlich sah er mich. Oh Gott. Er kam auf mich zu.  Sein Gehänge schliff am Boden. Um seinen Hals trug er eine Herz Kette mit dem Bildnis Marias darin. Oder Josef? Ich weiß es nicht mehr. Als er in Reichweite war blicke ich in seine abgründigen, braunen Augen. Tief drinnen schwimmt ein Goldfisch mit einer Rastaperücke und lächelt mich an. Und wuuuusch. Haut mir dieser langhaarige Prediger eine rein.

Der halb abgebissene Klumpen flog leicht angekaut aus meinem Mund zurück in die Friteuse des Koreaners, der erschrocken zurück trat und mir irgendwas entgegen brüllte. Nachdem sich der Nebel gelichtet hatte und ich wieder wusste wo ich mich befand, schleppte ich mich zurück ins Hotel. Für eine Mundspülung und eine Flasche Jacky. Seitdem glaube ich an Gott, und daran, dass Fische echt verrückte, un-zurechenbare kleine Wichser sind. Sobald sie als Sauce daher kommen.

Next Level Waterboarding

Aber das bringt mich wieder auf unsere Freizeitbeschäftigung vom Anfang zurück. Ihr habt es erraten. Waterboarding mit Fischsauce ist das höchste der Gefühle. Für den gemeinen Terroristen aus dem Morgenland, der sich mittlerweile ans westliche Mineralwasser angepasst hat. Eine mögliche Stufe der Ekstase-Steigerung. Aber wahrscheinlich kein Allzweckmittel für Jedermann. Hier muss man wie immer differenzieren. Der gemeine Fischbällchenverkäufer aus Seoul würde unter dem Tuch über seinem Gesicht sicher nur Applaus klatschen und Nachschlag verlangen.

Aber das probiere ich gleich aus…