Liebe Freunde der Vernunft,
Werter Leser,

heute fiel mir ein weiterer Beweis in die Hände dafür, dass der Darwinismus in der modernden Zeit außer Kraft gesetzt ist.

Früher, in den Achtzigern und Neunzigern, also der Zeit meiner Kindheit, musste man sich vieles selbst erarbeiten. Computerspiele hatten keine stundenlangen Tutorials, es gab keine offensichtlichen Bebilderungen, wie man einen Zahnstocher benutzt:

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Die Schränke großer Möbelhäuser waren noch nicht aus leichter MDF Sandwichkonstruktion hergestellt, sondern aus massivem Holz. Die Dinger wogen gefühlt mehrere Tonnen und ohne 10 wirklich gute Freunde war es undenkbar, einen Schlafzimmerschrank auf zu bauen.

Wir wussten wie man Milchtüten-Laschen aufschneidet, ohne dass der Inhalt sich beim Ergießen in alle Himmelsrichtungen verteilt.
Auf unseren Socken waren noch nicht die Richtungen links und rechts aufgestickt. Fall wir sie falsch rum anzogen, mussten wir mit den Konsequenzen leben. Das hat uns abgehärtet.

Und generell gab es noch keine Biosupermärkte in dem Hipster und Veganer einkaufen konnten. Entweder man as das angebotene Fleisch und vertrug die Konservierungsmittel in den Nahrungsmitteln die zum Verkauf standen, oder man vegetierte dahin und starb. Aber das taten wir damals nicht, da wir keine exotischen Intoleranzen hatten und uns keine Allergie durch reine Imagination rote Flecken am Allerwertesten bescherten.

99% der Kinder hatten auch noch kein ADHS und die Bezeichnung “Hyperaktiv” gab’s damals noch nicht. Wenn wir denn mal wieder unsere 5 Minuten hatten, gabs was auf die Ohren und wir waren geheilt. Der moderne Kevin von heute benötigt hingegen eine Ganztags-Bespassung durch die antiautoritär erziehenden Eltern. Chantalle’ wurde in unserer Zeit auch nicht mit 11 Jahren schwanger, mal davon abgesehen dass es den Namen noch gar nicht gab. Außer möglicherweise in einem inzestuösen französischen Bergdorf, aber dort gehört er auch hin.

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Damals waren wir noch erfindungsreich. So nutzen wir etwa Audiokassetten als Aufnahmemedien , indem wir eine Ecke mit Tesa überklebten und eigene Audio-Produktionen aufzeichneten. Alles ohne Anleitung. Es war die McGyver Generation. Wir wussten uns zu helfen. Und dieser ständige Lernprozess hat uns stärker gemacht.

Auch die Erwartungen von Kindern sind heut gänzlich andere. Zu meiner Zeit gab es keine sündhaften teuren  Lego Dimensions Pakete oder sonstige grossen Geschenke zu Nikolaus oder an Ostern. Wir haben uns über einen kleinen Schoko-Osterhasen gefreut und konnten als Einzigstes auf Weihnachten hoffen, um ein grösseres Präsent abzustauben. Und wenn es denn dann kam, waren wir zutiefst glücklich. Heute gibt’s zu Weihnachten 20 Geschenke, alle werden in äußerster Hast ausgepackt und auseinander gefetzt, beiseite gelegt und zum nächsten gegriffen ohne auch nur mal einen kurzen Seitenblick auf die Verpackung geworfen zu haben. Man sollte glauben, die Zensurbehörde des IS habe heutzutage qualifizierten Nachwuchs am Start.

Aber auch viele Berufsbilder änderten sich im Laufe der Jahre. Kürzlich traf ich in einem Restaurant einen alten, 75 Jährigen Alleinunterhalter, dem ich half einige schwere Verstärker-Kisten, ein mobiles Piano und diverse Aktivlautsprecher in seinen uralten Benz zu packen. Er dankte mir sehr für meine Hilfe die ich ihm ohne gefragt worden zu sein anbot. Seines Zeichens  wohl überrascht, da er von der heutigen Jugend wohl anderes gewohnt war. Er verabschiedete sich mit dem Satz: “Ich verstehe die heutige Zeit nicht. Als erfahrener Alleinunterhalter kann man sich heute kaum noch über Wasser halten, aber diese modernen ‘Disk-Jockeys’ von Heute bekommen 1000 Taler am Tag und können noch nicht einmal ordentlich Akkordeon spielen!” Ich nickte nur und tröstete ihn:”Die Zeit des Akkordeons kommt wieder, ganz sicher!”

Aber worauf ich eigentlich hinaus möchte. Nun, früher wurden solche Menschen, die nicht mit der ihnen zur Verfügung stehenden Intelligenz zurecht kamen, von einem Säbelzahntiger gefressen, sind über eine Burg zinne in einen 80m tiefer gelegenen Wassergraben gestürzt, wurden von einer Kutsche überfahren oder als Tourist in Irland von einem Bus überrollt, als es den Schriftzug “Look right” beim Überqueren der Strasse noch nicht gab.

Heutzutage jedoch lebt und pflanzt sich der moderne Homo-Sapiens un-selektiert weiter. Die schreckliche Evolution der fehlenden Selektion wurde mir gar heute in der Arbeit wieder auf eine höchst dramatische Weise vor Augen geführt, die mich zutiefst schockiert hat. Nach mehrmaligem Übergeben habe ich dies noch immer nicht gänzlich  überwunden und muss die Frage in den Raum stellen: WER um Himmels Willen beim grossen, roten Anus des Beelzebub reißt Kaffee-tüten auf DIESE Weise auf? Warum allmächtiger Gott? Hast Du nicht dieser Tüte ein Oben und ein Unten gegeben? Natürlich hast Du! Sonst wäre sie ja rund, oder quadratisch. Und wer bitte kauft schon sphärische Kaffee-tüten beim Geier. Wo führst Du uns hin? Wieso diese Prüfungen? Ich meine, in aller Bescheidenheit: Ich kann es ja verstehen wenn man bei den Drogen spart und oben mit unten verwechselt, aber wieso bitteschön die Seite? Wow also das ist großes Naturkino!

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Nun ja, ich konnte mich mittlerweile wieder etwas beruhigen. Mir kam die Einsicht, dass letztlich die Natur erfahrungsgemäß immer einen Weg findet. Unsere moderne Zivilisation versucht die Dummen mit allerhand Anleitungen, Warnhinweisen, Stoppschildern und Veganer, hoch-verträglicher Nahrung am Leben zu halten. Doch die Natur bewahrt das Gleichgewicht auf ihre Art.

Sie erfand den Selfie Stick. Allein im Jahr 2015 starben, Stand November, mehr Leute durch einen Selfie Stick als durch den Angriff von Haien. Nämlich insgesamt 15. Erst kürzlich fiel ein japanischer Mann vom Taj Mahal beim Versuch ein Foto von sich zu machen. Ein sogenanntes Tiefenfall-Selfie. Diverse Male schon in diesem Jahr wurden Auserwählte von Zügen erfasst, als sie versuchten, Ihren Lieben ein schönes Abschiedsfoto am Bahnhof zu schicken. Sogenanntes Schienen Selfies. Makaber? Mag sein, aber die Natur findet nun mal ihren Weg. Sie lässt sich nicht austricksen. Und das ist nur der Anfang glaube ich.

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In diesem Sinne…immer nach Rechts gucken wenn ihr in England oder Irland eine Strasse überqueren wollt. Wenn doch ein Auto von links kam, war’s eben nur ein Arschloch.

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1 thought on “Wo ist Darwin? Und warum sind Selfie Sticks tödlich?”

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